Nach 14 Jahren wird die Abfallentsorgung ab 2021 teurer

Die Gebühren für die Abfallentsorgung im Verbandsgebiet des Abfallentsorgungsverbandes Schwarze Elster werden ab 2021 steigen. Das hat die Verbandsversammlung auf ihrer letzten Sitzung in Doberlug-Kirchhain beschlossen. Nach einer Senkung der Entleerungsgebühren im Jahr 2014 steigen die Abfallgebühren nach 14 Jahren erstmalig.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Kontinuierlich sind in den letzten Jahren die Kosten für die Sammlung und Entsorgung gestiegen. Dazu kamen Tariferhöhungen, gestiegene Aufwendungen für die Entsorgung illegaler Müllablagerungen sowie steigende gesetzliche Anforderungen an eine fach- und umweltgerechte Abfallentsorgung, die der AEV umzusetzen hat. Gleichzeitig brachen die Erlöse für die Verwertung von Papier und Schrott bedingt durch fallende (Welt-)Marktpreise drastisch ein, zusätzlich gingen die Zinserträge stark zurück. Bereits in der Vergangenheit hatte der AEV auf diese Situation mehrfach hingewiesen. „Die bisherige Kompensation fehlender Erlöse und steigender Kosten erfolgte durch eine konsequente Kostendisziplin sowie durch die Optimierung und Straffung von Arbeitsprozessen, um Einspareffekte zu erzielen. Zusätzlich gab es eine Gebührenausgleichsrücklage, die in den letzten Jahren aufgebraucht wurde. Mit der neuen Kalkulationsperiode für 2021 und 2022 sind die Entsorgungsgebühren so zu gestalten, dass alle Kosten der Abfallentsorgung gedeckt werden“, erklärt AEV-Verbandsvorsteher, Dr. Bernd Dutschmann.
Im Detail steigt die jährliche Personenfestgebühr ab 1. Januar 2021 um 6,36 Euro auf 35,88 Euro. Zudem erhöhen sich die Leistungsgebühren. So kostet beispielsweise die Entleerung eines 120 Liter Restabfallbehälters ab nächstes Jahr 0,87 Euro mehr, die Schüttung einer 120 Liter Biotonne erhöht sich um 0,45 Euro. Das Gebührensystem des AEV ist weiterhin so gestaltet, dass jeder durch richtige Abfalltrennung und Abfallvermeidung Einfluss auf die Höhe seiner Abfallgebühren nehmen kann. Zudem bleibt das gesamte Dienstleistungsangebot des AEV in seiner bisherigen Form bestehen. „Alle unsere Serviceleistungen werden intensiv in Anspruch genommen. Für 2021 kommen wir den Wünschen der Bürger nach und verbessern die Sperrmüll- und Elektroaltgerätesammlung durch die Erhöhung des Sammelvolumens auf sechs Kubikmeter. Bisher waren die Sammlungen auf vier Kubikmeter pro Abholung begrenzt“, informiert der AEV-Verbandsvorsteher.Zudem erweitert sich das Sammelspektrum beim Sperrmüll, z.B. um einige Bodenbeläge. Bisher waren Bodenbeläge wie Laminat und Vinylbeläge als kostenpflichtiger Baumischabfall auf den Wertstoffhöfen abzugeben. Auch das Netz der Wertstoffhöfe wird dichter: Nach der Neueröffnung des Wertstoffhofes in Freienhufen entstehen mit der Neueröffnung der Wertstoffhöfe in Lauchhammer sowie an einem neuen Standort in Finsterwalde für die Bürger weitere Abfallannahmestellen. „Die Gebührensteigerung ermöglicht es, das AEV-Dienstleistungsangebot mit seinen umfangreichen Holsystemen, seinem Servicecenter, den kostenfreien Abrufleistungen und den Abgabemöglichkeiten von Abfällen auf den Wertstoffhöfen und am Schadstoffmobil aufrecht zu erhalten. Damit entsprechen wir den Wünschen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger nach einem umfassenden Serviceangebot“, so der AEV-Verbandsvorsteher weiter.

PDF icon Gebührenübersicht für 2021

Nach 14 Jahren stabilen und unveränderten Abfallgebühren wird die Entsorgung von Abfällen ab 2021 teurer. Foto: AEV/ Weisflog.