Ein Jahrzehnt Abfallentsorgung mitgestaltet

Verbandsvorsteher Dr. Bernd Frosch blickt auf ereignisreiche Jahre zurück

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Dr. Bernd Frosch, Verbandsvorsteher des Abfallentsorgungsverbandes „Schwarze Elster“ (AEV) hat am 29. Februar 2016 seinen letzten Arbeitstag beim AEV, bevor er in seinen wohlverdienten Ruhestand geht. Sein Nachfolger ist Dr. Bernd Dutschmann, der von der Verbandsversammlung des AEV bereits gewählt wurde.

 

Herr Dr. Frosch, Sie haben zehn Jahre die Abfallentsorgung in Südbrandenburg maßgeblich gestaltet. Was waren ihre größten Herausforderungen?

Im März 2006 hatte der Verband gerade seine Mechanisch-Biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA) in Freienhufen von einem Konsortium bauen lassen. Jedoch war diese bei Weitem noch nicht betriebsbereit. Insbesondere gab es Probleme bei der Vergärung der Organikfraktion des Restmülls und somit war kein stabiler Anlagenbetrieb möglich. Hier brauchten und fanden wir Lösungen. Eine weitere große Herausforderung war die Optimierung der Verwaltungsstrukturen. Durch die Einführung neuer Software und IT-Technik konnten Arbeitsprozesse effektiver gestaltet, die Kundenfreundlichkeit erhöht und das Dienstleistungsangebot des Verbandes erweitert werden. Entsprechend den bei meinem Dienstantritt formulierten Grundsätzen von Sparsamkeit und finanzieller Transparenz konnten die Abfallgebühren seit 2007 nicht nur beibehalten, sondern sogar leicht abgesenkt werden.

 Wie gelang es, die MBA in Freienhufen zu ertüchtigen?

Die vom Konsortium gebaute MBA konnte nicht den gesamten anfallenden Restmüll verarbeiten, zudem verschlissen einzelne Anlagenteile sehr schnell. Das führte zu hohen Reparaturkosten. Besonders Verstopfungen in Anlagenteilen der biologischen Aufarbeitung ließen hier keinen sicheren Betrieb zu. Nach vielen erfolglosen Gesprächen mit dem Baukonsortium übernahmen wir letztendlich die Anlage ohne Abnahme, was ein hohes Risiko darstellte. Jedoch wurden knapp zwei Millionen Euro vom Kaufpreis einbehalten, die für die Ertüchtigung und anschließend für die Optimierung der MBA verwendet wurden. Dank des Engagements der Mitarbeiter gelang es die gesamte Verarbeitung des Rest- und Sperrmülls sicherzustellen und den Anlagenverschleiß sukzessive zu senken. Ein wesentlicher Beitrag zur Gebührenstabilität.

Sie sprachen von der Optimierung der Verwaltungsstrukturen beim AEV. Was wurde verändert?

Durch den Einsatz einer neuen Verwaltungssoftware und verbesserter IT-Technik wurden Routinearbeiten maßgeblich verringert und somit Zeit für die Betreuung der Bürger bei Anliegen rund um die Abfallentsorgung und für die Abfallberatung gewonnen. Auf der überarbeiteten AEV-Internetseite können die Bürger zudem rund um die Uhr eine Vielzahl unserer Leistungen beauftragen. Unser Ziel: Den Ansprüchen der Bevölkerung an ein modernes, bürgerfreundliches Dienstleistungsunternehmen gerecht zu werden. Wie die Ergebnisse einer Forsa-Umfrage von 2014 bestätigten, scheint uns dies gelungen zu sein.

Thema: Gebührenstabilität. Wie haben sich die Kosten für die Abfallentsorgung in den letzten Jahren entwickelt?

Entgegen dem allgemeinen Trend der steigenden Kosten konnten wir die Abfallgebühren seit 2007 auf einem stabilen Niveau halten. Vor zwei Jahren wurde sogar die Leistungsgebühr um 6,5 Prozent gesenkt, gleichzeitig wurde ein Mindestentleerungsvolumen eingeführt, um die Fehlwürfe von Restmüll in anderen Fraktionen zu senken. Der Bürger hat dies als Motivation zur richtigen Mülltrennung verstanden und akzeptiert es.

Ab 1. März 2016 sind Sie im Ruhestand. Was werden Sie machen?

Ich werde mich den Aufgaben innerhalb der Familie widmen und es wird nicht langweilig werden. Wir haben ein großes Grundstück, das es zu bewirtschaften gilt. Abschließend möchte ich noch die Möglichkeit nutzen, mich bei allen Mitarbeitern des AEV für die Zusammenarbeit sowie bei den Bürgern des Verbandsgebietes für das in mich gesetzte Vertrauen zu bedanken. Es war eine interessante und abwechslungsreiche Zeit für mich beim AEV.